Wenn Sehnsucht die Angst überwindet, kann Mut entstehen


Warum schreibst du?

Für mich vereint das Schreiben mehreres auf wunderbare Weise. Das Erschaffen von inneren und äußeren Welten ist anregend, herausfordernd, manchmal berührend. Es kommt vor, dass mir Themen direkt zufliegen, sie haben dann ein Recht darauf, eingefangen und gepflegt und gehegt zu werden. In diesem elementaren kreativen Prozess entstehen echte Flow Momente. Ratio, Gefühl, Intuition, Kreativität wollen gemeinsam feiern.

Das Schönste, was ich mir vorstellen kann, ist, dass sich anhand meiner Bücher, Essays oder Beiträge zeitweilige Resonanzachsen bilden. Damit meine ich ein ähnliches Schwingen von Interessen, Weltwahrnehmung und Weltsichten, die sich im gemeinsamen Feld treffen und verstärken.


Hast du Vorbilder

Da gibt es einige. Als Junge hat mich Karl May geprägt, doch diese endlosen Landschaftsbeschreibungen und Helden Erzählungen könnte ich mir heute nicht mehr antun. Früh schon fand ich den Weg zu Science Fiction: Stanislaw Lem, Perry Rhodan, später William Gibson und auch Douglas Adams. Das Erschaffen von Welten, Gesellschaften, technischen Ideen oder irrwitzigen Zeit-Paradoxien hat mich stets in den Bann gezogen. Daneben auch Huxley, Orwell oder Bradbury. Von den deutschen Autoren beeindrucken mich Andreas Eschbach und einiges von Marc Elsberg.

Ein zweiter Bereich, der mich immer mehr fasziniert, ist Bewusstseinsentwicklung. Hier bewundere ich Ken Wilber, Stan Grof oder Jean Gebser. Sie alle arbeiten an den Fundamenten unseres Selbst- und Weltverständnisses. Eine unendliche Entdeckungsreise.


Hast du schon immer geschrieben?

Nein, da bin ich eher Spätzünder. Aber besser spät als nie, oder? Ich habe mich 1998 mit Internet-Seminaren für Einkäufer und Marketingleute selbständig gemacht und dann eine Agentur für Online Marketing gegründet. Zwei Jahre, bevor Google in Deutschland auftauchte! Das war erst ziemlich riskant, dann sehr erfolgreich. Wir waren unter den TOP3 der am schnellsten wachsenden Unternehmen Bayerns und hatten nach acht Jahren 100 Mitarbeiter. Nach zehn Jahren habe ich meine Anteile an meine Mitgesellschafter verkauft und bin raus aus diesem Business.

Weshalb denn?

Weil ich nach einem halben Jahr Sabbatical das sichere Gefühl hatte, nicht weitere Jahre meines Lebens damit verbringen zu wollen, für die unterschiedlichsten Kunden den Werbe- und Sales-Turbo spielen zu wollen. Dafür war ich mittlerweile zu konsumkritisch geworden. Wenig später wurde die Agentur an ein weltweites Agenturnetzwerk verkauft und die Firmenkultur änderte sich radikal. Da bin ich froh, dies nicht mehr miterlebt zu haben.


Und dann wurdest du Schriftsteller?

Fast. Erst kam noch eine kurze Episode in der Politik. Das hat mein Weltbild nachhaltig verändert, vor allem, als ich erleben musste, welche Rolle die Medien dabei spielen. Leider keine gute. Ich habe zusehen müssen, wie einer der großen öffentlich-rechtlichen Sender Komparsen auf eine Veranstaltung mitbrachte, um Wut und Empörung für ihren Beitrag einzuspielen, wie Redefragmente auf das Übelste aus dem Zusammenhang gerissen wurden und jede Idee von Neutralität im dunklen Strudel der Machtpolitik verschwand. Wenn das sozusagen live und in Farbe miterlebt, das macht etwas mit einem. Letztlich haben diese Erfahrungen wichtige Impulse für „Hinter der Zukunft“ gegeben.


Macht, Medien, Manipulation:
sind das zentrale Themen bei dir?

Ja, das kann ich so stehen lassen. Dazu kommen Bewusstsein, Mut und Freiheit. Und Mitmenschlichkeit. Eine gute Mischung, wie ich finde. Je nach Fokus kann so eine dystopische oder mutmachende Geschichte entstehen.

Was wäre das Beste, was passieren könnte?

Sehr schwierige Frage. Wenn ich von mir als Schriftsteller ausgehe, dann natürlich, dass viele Menschen meinen Roman „Hinter der Zukunft“ entdecken und echte Denkanstöße darin finden. Wenn ich den Bogen größer mache, dann würde ich mir wünschen, dass eine Fee vom Himmel schwebt und die Gewichtungen von Selbstverantwortung und Konformitätswunsch einfach umdreht.

 

Ein ungewöhnlicher Wunsch! Noch ein Wort zum Abschluss?

Ja, drei wichtige Regeln:

  1. Freiheit ist Egoismus.
  2. Mut ist Feigheit.
  3. Denken ist Zweifeln.

Und Viertens:  Am sichersten ist man stets allein.

Wer es nicht glaubt soll Robin fragen, den Protagonisten Hinter der Zukunft

cappu
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